Hauptinhalt

Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen

Extremistische Einstellungen und demokratiefeindliche Ideologien machen auch vor sächsischen Schulen nicht Halt. Rechtsextreme Symbole, Parolen und Codes können im Schulalltag ebenso auftauchen wie menschenfeindliche Inhalte in sozialen Netzwerken. Gleichzeitig erleben junge Menschen eine zunehmend polarisierte gesellschaftliche Debatte. Umso wichtiger ist es, Schulen beim Umgang mit diesen Herausforderungen nicht allein zu lassen.

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hat daher zusammen mit dem Innen-, dem Justiz- und dem Sozialministerium sowie im Dialog mit verschiedenen Akteuren einen Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen erarbeitet. Ziel muss es sein, demokratische Werte frühzeitig zu stärken und Lehrkräfte, Schulleitende und weitere pädagogische Fachkräfte zugleich mit konkreten Instrumenten auszustatten. Denn im Schulalltag stellt sich häufig nicht nur die Frage, ob eine Äußerung oder ein Symbol extremistisch ist, sondern auch, wie pädagogisch angemessen und rechtssicher darauf reagiert werden kann.

Sachsen verfügt bereits über verschiedene Angebote zur politischen Bildung, Prävention und Lehrkräftefortbildung. Diese reichen von Programmen zur Stärkung demokratischer Kompetenzen bis hin zu Workshops zum Umgang mit Hass und Extremismus im Internet. Die entscheidende Herausforderung besteht nun darin, vorhandene Maßnahmen stärker zu bündeln, dauerhaft abzusichern und für Schulen flächendeckend zugänglich zu machen. Dabei steht die Prävention im Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler brauchen die Fähigkeit, demokratische Prozesse zu verstehen, Informationen kritisch zu hinterfragen und extremistische Propaganda zu erkennen. Medienkompetenz und politische Bildung sind deshalb ebenso wichtig wie die Fähigkeit, Konflikte auszuhalten und unterschiedliche Meinungen respektvoll auszutragen.

In akuten Situationen benötigen Schulen klare Ansprechpartner, Beratungsmöglichkeiten und Unterstützung. Schulleitende, Lehrkräfte und weitere pädagogische Fachkräfte müssen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn extremistische Inhalte, Diskriminierung oder Radikalisierung sichtbar werden, denn entschlossenes Handeln ist gefragt. Der Aktionsplan gegen Extremismus an Schulen ist ein Bekenntnis dazu, dass Schule ein zentraler Ort demokratischer Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung ist. Denn demokratische Haltung entsteht nicht von selbst – sie muss vermittelt, eingeübt und im Alltag gelebt werden.

zurück zum Seitenanfang