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Demokratiemodule - Förderung demokratischer Wertebildung im Unterricht

Die Module zur Förderung der politischen und rechtlichen Bildung wurden seit 2016 entwickelt, erprobt und weiter qualifiziert. Eine Arbeitsgruppe von Fachberaterinnen und Fachberatern der Oberschulen erstellte in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Justiz und der Anwaltschaft ein pädagogisches Unterstützungsmaterial, das die Orientierung an demokratischen Grundwerten hervorhebt und zum Verständnis rechtsstaatlicher Prinzipien und politischer Prozesse beiträgt.

Übersicht zu den Demokratiemodulen

Übersicht zu den Demokratiemodulen © LaSuB

Das Unterrichtsmaterial fokussiert den eigenen Umgang mit Sinneswahrnehmungen, Wahrheit, Lüge und Gerechtigkeit. Dabei gewinnen die Schülerinnen und Schüler Einblick in Grundzüge des Ablaufes einer strafrechtlichen Hauptverhandlung und in die Aufgaben von Beteiligten am Gerichtsprozess. In der Förderschule, im Gymnasium und in den berufsbildenden Schularten kann das Unterrichtsmaterial in Zielen und Inhalten adaptiert werden.

Inhalt: Anhand einer konstruierten Fallsituation wird wahlweise mit einer Richterin/einem Richter, einer Staatsanwältin/einem Staatsanwalt oder einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt eine alltagsrelevante Situation als Rollenspiel dargestellt. Die Wahrheitsfindung wird anhand einer fiktiven Gerichtsverhandlung auf der Grundlage der eigenen Wahrnehmungen durch die Schülerinnen und Schüler erlebt. Zur Wahrheitsfindung werden die Grundsätze der geltenden Gesetze angewandt. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen somit einen Einblick in rechtliche Prozesse.

Die Umsetzung des Unterrichtsmaterials gewährt eine aktive Auseinandersetzung mit demokratischen Werten wie Gerechtigkeit, Freiheit, Respekt und Gleichheit in unserer Gesellschaft. Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, sich auf Grundlage humanitärer, emotionaler, aber auch rechtlicher und rationaler Überlegungen eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Diese Auseinandersetzung fördert den Erwerb und die Weiterentwicklung der sozialen Kompetenz, um für sich und andere Verantwortung übernehmen zu können und damit die Zivilgesellschaft zu stärken.

Die Umsetzung findet idealerweise in Kooperation mit Vertreterinnen und Vertretern der Justiz und der Anwaltschaft statt. Die notwendigen Honorare und Reisekosten werden durch das Landesamt für Schule und Bildung übernommen.

Weiterführende Links:

Im vorliegenden Unterrichtsmaterial werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Völkermord und Kriegsverbrechen in der Vergangenheit und in der Gegenwart konfrontiert und setzen sich damit kritisch auseinander. In der Förderschule, im Gymnasium und in den berufsbildenden Schularten kann das Unterrichtsmaterial in Zielen und Inhalten adaptiert werden.

Inhalt: Am Beispiel sowjetischer Kriegsgefangener in Zeithain erschließen sich die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe geeigneter Quellen die Lebensbedingungen der vom Krieg betroffenen Menschen. Sie lernen die rechtlichen Regelungen zum Schutz von Menschen in Konflikten, wie z. B. die Genfer Konvention kennen und bewerten die Lebensbedingungen an diesem Maßstab. Anhand von aktuellen Beispielen wird den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass Menschenrechtsverletzungen auch heute stattfinden. Sie erkennen, dass es nicht selbstverständlich ist, in Frieden zu leben und gewinnen die Einsicht, dass sie durch aktive Mitwirkung ein friedliches Zusammenleben nach der freiheitlichen demokratischen Grundordnung befördern.

Für die Erstellung eines Handlungsproduktes können auch andere Unterrichtsfächer, z. B. in Form des fächerverbindenden Unterrichts einbezogen werden.

Die Umsetzung kann unter Einbindung von Vertreterinnen und Vertretern der Justiz, der Anwaltschaft oder von Nichtregierungsorganisationen erfolgen. Die notwendigen Honorare und Reisekosten werden durch das Landesamt für Schule und Bildung übernommen.

Die Kosten für Fahrten zu den Gedenkorten des Lernens und Erinnerns werden vom Landesamt für Schule und Bildung übernommen.

Weiterführende Links:

Das Unterrichtsmaterial wird im Schuljahr 2021/22 an Oberschulen erprobt und ab dem Schuljahr 2022/23 in der Lehrplandatenbank abrufbar sein.

Das Modul ist dem Fach Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung in der Klassenstufe 9, im Lernbereich 1 »Entscheidungsprozesse und politische Ordnung« und hier der Lernzielebene »Beurteilen der Gefahren für die Demokratie« zugeordnet. In der Förderschule, im Gymnasium und in den berufsbildenden Schularten kann das Unterrichtsmaterial in Zielen und Inhalten adaptiert werden.

Inhalt: Die Inhalte fokussieren die Erfahrung und den Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) im digitalen Raum.

Demokratie © Johanna Benz

Die Schülerinnen und Schüler werden mit unterschiedlichsten Aspekten demokratiegefährdender Äußerungen und Verhaltensweisen konfrontiert. Persönliche Abwertungen sind für Schülerinnen und Schüler in ihrer alltäglichen Nutzung sozialer Netzwerke am relevantesten. Weiterhin ist der Umgang der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und Gesten Gegenstand der Auseinandersetzung.

Das begleitende Arbeitsmaterial unterstützt auch digitale Lehr- und Lernformen und trägt dazu bei, Medienkritikfähigkeit zu entwickeln. Darüber hinaus werden Schülerinnen und Schüler befähigt, Auswirkungen demokratiefeindlicher Äußerungen zu verstehen. Dabei wird die Relevanz von Einstellungen und Meinungen verdeutlicht. Weiterhin werden Schülerinnen und Schüler befähigt, sich gegen demokratiegefährdende Einstellungen zu positionieren und Handlungsstrategien zu entwickeln.

Das Unterrichtsmaterial setzt im Bereich der allgemeindidaktischen Prinzipien insbesondere Lebenswelt- und Handlungsorientierung um. Im Bereich der politikdidaktischen Prinzipien steht die Kontroversität im Fokus. Deutungen werden den Schülerinnen und Schülern nicht allgemeingültig präsentiert, sondern es werden verschiedene wissenschaftliche, gesellschaftliche und politische sowie juristische Deutungsangebote ermöglicht.

Somit können sie ein eigenes Urteil und eigene Handlungsstrategien entwickeln. Für das Unterrichtsmaterial wurden reale Fälle aus sozialen Medien didaktisiert. Durch dieses Modul wird bei Schülerinnen und Schülern die Bereitschaft entwickelt, sich handelnd für demokratische Werte einzusetzen.

YouTube-Video »Die Demokratie ist weiblich«

Link zum Abspielen des Videos ohne Nutzung der YouTube-Plattform (nocookie Variante, kein autoplay, keine related vidoes etc.):

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